Bochum ist die Wissenschaftshochburg im Ruhrgebiet - sieben Hochschulen, rund 56.000 Studierende und annähernd 10.000 Beschäftigte stehen für eine einzigartige akademische Vielfalt.

UniverCity Bochum ist der Zusammenschluss der Stadt Bochum, der Bochum Marketing GmbH, der IHK Mittleres Ruhrgebiet, des Akademischen Förderungswerkes, des Deutschen Bergbau-Museums sowie von sieben Bochumer Hochschulen.

Das gemeinsame Ziel der Partner ist die weitere Stärkung Bochums als Stadt der Wissenschaft und Bildung und eine stärkere Identifikation der Bochumer Bürgerinnen und Bürger mit den wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt.

Mit UniverCity Bochum haben Stadt, Hochschulen und weitere Partner hierfür ein Format der Zusammenarbeit geschaffen.

Oktober 2016: Dr. Michael Bode

Dr. Michael Bode | Deutsches Bergbau-Museum Bochum (DBM), Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen, Abteilung Forschung, Forschungsbereich (FB) Materialkunde. | Bildrechte: Seda Karaoglu
Dr. Michael Bode | Deutsches Bergbau-Museum Bochum (DBM), Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen, Abteilung Forschung, Forschungsbereich (FB) Materialkunde. | Bildrechte: Seda Karaoglu

Dr. Michael Bode ist Wissenschaftler am DBM1 und stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs Materialkunde. Nach dem Studium der Geologie/Paläontologie promovierte er in der Mineralogie an der WWU Münster mit einem Thema aus der Archäometallurgie. Er forschte mit Unterstützung des DBM über die Blei-Silber-Produktion und -versorgung in der Region während der Germanenfeldzüge und frühen römischen Kaiserzeit. 2009 bekam er eine Post-Doc-Stelle am DBM zur Betreuung des neuen Massenspektrometrie- und Reinraumlabors. Seit 2012 ist er dort wissenschaftlicher Mitarbeiter, leitet zwei Forschungsprojekte über den Handel mit Blei in römischer Zeit sowie mit Kupfer im spätbronze- bis früheisenzeitlichen Griechenland. Er ist zudem verantwortlich für die Spurenelement- und Isotopenanalytik des Hauses.

1Deutsches Bergbau-Museum Bochum (DBM), Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen, Abteilung Forschung, Forschungsbereich (FB) Materialkunde. Träger des DBM ist die DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH.

In welchem Bereich forschen und lehren Sie?
Was vielleicht vielen nicht unbedingt bekannt ist: Das DBM verfügt als Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft über eine eigene Forschungsabteilung. Wir forschen dort in den Bereichen Montanarchäologie, Metallurgie, Archäometallurgie und Materialkunde. Dazu kommt noch der Bereich der historischen Forschung im montan.dok, dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum.
Im DBM arbeiten die Forschungsbereiche eng zusammen. Mit meiner Arbeit bewege ich mich in der Schnittstelle dieser Bereiche.

Ich analysiere archäologische Objekte und Materialien und interpretiere die Daten. Vorrangig geht es um Herkunft, Herstellung und Verarbeitung von Metall und dem damit verbundenen Handel von der Kupfer- bis in die Neuzeit. Wir untersuchen Erze, Schlacken, Tiegelreste und Metallobjekte aus unterschiedlichen Kontexten mit geeigneten methodischen Herangehensweisen. Ich konzentriere mich auf die Spurenelement- und Bleiisotopenanalytik.

Eine langfristige Symbiose besteht mit dem Institut für Archäologische Wissenschaften und Geowissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sowie der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA).
Laserablation an Granaten oder seltene Erd-Messungen in Grubenwässern sind dann ganz andere Herausforderungen und erweitern meinen Erfahrungsschatz. Einmal im Jahr bieten wir die Übung „Analytik in der Archäometrie“ an.

Was lernen die Studierenden bei Ihnen?
Die Übung „Analytik in der Archäometrie“ soll den Archäologie- und Archäometriestudierenden der RUB die verschiedenen analytischen Möglichkeiten vorstellen, die zur Klärung wichtiger Fragen zu Produktion, Handel und damit Verbreitung von Metallen und Rohstoffen beitragen können. Mit welcher Messmethode kann ich die mineralogische Zusammensetzung einer Schlacke oder eines Erzes bestimmen? Welche Geräte sind empfindlich genug, um Spurenelemente zu messen, welche präzise genug für Isotopenverhältnisse? Wie funktionieren solche Messinstrumente und wie muss ich mein Probenmaterial vorbereiten? In welchen Fällen kann ich zerstörungsfrei messen und wenn nicht, wieviel Probenmaterial brauche ich für eine repräsentative Analyse? Die Studierenden sollen im Blockkurs dabei möglichst viele Schritte selbst durchführen und viele haptische und visuelle Eindrücke sammeln. Gleiches gilt für Bachelor- oder Masterstudierenden, die für ihre Abschlussarbeiten in unserem Haus archäologisches Fundmaterial bearbeiten. Ihnen bieten wir mit unserer Infrastruktur in Laboren und unserer Fachkenntnis eine gute Umgebung für ihre Arbeiten.

Was wünschen Sie sich für die Hochschulstadt Bochum?
Erfreulicherweise wächst aus meiner Sicht die Schnittmenge zwischen den Forschungseinrichtungen in Bochum, für unseren Arbeitsbereich vor allem zwischen dem DBM, der THGA und der RUB. Diesen Prozess konnte ich seit meiner Zeit als Doktorand am DBM verfolgen und er wächst immer weiter. Ich wünsche der Hochschulstadt Bochum weiterhin viel Engagement und Erfolg bei diesem Prozess und freue mich, dass ich mit meiner Arbeit und den Forschungsergebnissen am DBM meinen persönlichen Teil dazu beitragen kann.

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