Bochum ist die Wissenschaftshochburg im Ruhrgebiet - sieben Hochschulen, rund 56.000 Studierende und annähernd 10.000 Beschäftigte stehen für eine einzigartige akademische Vielfalt.

UniverCity Bochum ist der Zusammenschluss der Stadt Bochum, der Bochum Marketing GmbH, der IHK Mittleres Ruhrgebiet, des Akademischen Förderungswerkes, des Deutschen Bergbau-Museums sowie von sieben Bochumer Hochschulen.

Das gemeinsame Ziel der Partner ist die weitere Stärkung Bochums als Stadt der Wissenschaft und Bildung und eine stärkere Identifikation der Bochumer Bürgerinnen und Bürger mit den wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt.

Mit UniverCity Bochum haben Stadt, Hochschulen und weitere Partner hierfür ein Format der Zusammenarbeit geschaffen.

Dezember 2016: Dr. Michael Farrenkopf

Dr. Michael Farrenkopf, Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Dr. Michael Farrenkopf, Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Dr. Michael Farrenkopf ist seit 2001 Leiter des Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok) und seit 2014 Mitglied im Direktorium des Deutschen Bergbau-Museums Bochum (DBM). Das montan.dok umfasst das Bergbau-Archiv Bochum, Bibliothek/Fotothek sowie Museale Sammlungen des DBM. Nach dem Studium der Geschichte, Publizistik und Kunstgeschichte an den Universitäten Mainz und Berlin promovierte er über „Schlagwetter und Kohlenstaub. Das Explosionsrisiko im industriellen Ruhrbergbau (1850–1914)“ an der TU Berlin. Er ist zudem Lehrbeauftragter an der Ruhr-Universität Bochum und am Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte (IWTG) der TU Bergakademie Freiberg. Er hat zahlreiche montanhistorische Publikationen verfasst und Ausstellungsprojekte realisiert.

In welchem Bereich forschen und lehren Sie?
Als Montanhistoriker habe ich mich zunächst mit sozialhistorischen Themen befasst und dabei insbesondere zur Mentalität der wirtschaftsbürgerlichen Bergbaueliten in der Zeit des deutschen Kaiserreichs geforscht. Über meine Promotion zu Strategien der Gefahrenprävention und technischen Sicherheit im Steinkohlenbergbau ist die historische Risikoforschung seit nunmehr 15 Jahren einer meiner wissenschaftlichen Schwerpunkte. Ein weiteres umfangreiches Themenfeld meiner Forschungen betrifft die Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte vorrangig im Bereich der Veredelung fossiler Energieträger, insbesondere des internationalen Kokereiwesens. Als Leiter der sammlungsbezogenen Forschungsinfrastruktur des DBM interessiere ich mich im Besonderen auch für Fragen der historischen Objektforschung sowie der materiellen Kultur. Hierzu zählt vor allem das materielle Erbe des deutschen Steinkohlenbergbaus im Hinblick auf Aspekte der Erinnerungskultur und gesellschaftlicher Identifikationsprozesse.

Was lernen die Studierenden/Besucher/Benutzer/Wissenschaftler bei Ihnen?
An der RUB engagiere ich mich in der Lehre vorrangig im Themenfeld des Wirtschaftsarchivwesens. Hierzu zählen das Management, die Organisation und die inhaltliche Ausrichtung von Archiven als kulturelle Gedächtnisinstitutionen. In diesem Zusammenhang befasse ich mich auch mit dem heute häufig vernachlässigten Bereich der historischen Hilfswissenschaften wie z. B. der Paläographie oder der Diplomatik. An der TU Bergakademie Freiberg unterrichte ich hauptsächlich zu den Themen Industriearchäologie und Technikgeschichte mit einem Fokus auf das Montanwesen, wozu insbesondere die Geschichte des Bergbaus sowie der Eisen- und Stahlindustrie zählen. Im Rahmen der Industriearchäologie spielen materielle Zeugnisse des Industriezeitalters wie etwa die baulichen Überreste von Produktionsanlagen und Siedlungsstrukturen vor allem im Hinblick auf deren museale oder sonstige kulturelle In-Wert-Setzung eine Rolle. Letzteres bezeichnet man heute in Deutschland gemeinhin als Industriekultur.

Was wünschen Sie sich für die Hochschulstadt Bochum?
Als Mitarbeiter eines Leibniz-Forschungsmuseums bin ich an der Vernetzung mit den wissenschaftlichen Institutionen der Stadt interessiert. Wegweisend empfinde ich z. B. die in jüngster Zeit etablierte Kooperation zwischen dem montan.dok und der RUB bei Bochum Scientific Collections (BOSCOL). Das Netzwerk geistes- und naturwissenschaftlicher Sammlungen umfasst die Sammlungen der RUB, das montan.dok und das Archiv für soziale Bewegungen im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets. BOSCOL wurde 2012 anlässlich der Ringvorlesung „Sammeln, Forschen, Lehren: Universitätssammlungen im Fokus“ initiiert. Das Netzwerk repräsentiert die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu „Wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinfrastrukturen“ und zur „Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen in Deutschland bis 2020“. Beide betonen die überragende Bedeutung von universitären und außeruniversitären Sammlungen für die Wissenschaft und Kultur unserer Gesellschaft.

 

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