August 2016: Prof. Dr. Sascha Sommer

Prof. Dr. Sascha Sommer
Prof. Dr. Sascha Sommer (Hochschule für Gesundheit)

Prof. Dr. Sascha Sommer ist Wissenschaftler des Monats August 2016. Studiert und promoviert hat er an der Psychologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mit den Schwerpunkten Kognitions-, Neuro- und Sprachpsychologie. Nach der Promotion wechselte er im Jahr 2001 zum Institut für Arbeitsforschung der TU Dortmund, wo er primär in europäischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten aktiv war. An der TU Dortmund hat Sascha Sommer nebenberuflich ein zweites Diplomstudium in Sozialer Gerontologie absolviert. Ab 2006 hat er als Neuropsychologe das therapeutische Team eines Krankenhauses im Bergischen Land geleitet. 2010 ging es dann noch einmal zurück an die RUB, wo er ein Projekt zur Entwicklung von neuen Modellen für die ambulante Nachsorge koordiniert hat. Im Jahr 2013 wurde Sascha Sommer als Professor im Studienbereich Logopädie an die hsg berufen. Seit Anfang November 2014 ist er Prodekan im Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften an der Hochschule für Gesundheit (hsg).  

In welchem Bereich forschen und lehren Sie?
Ich vertrete im Studienbereich Logopädie der hsg den Schwerpunkt Kognitive Neuropsychologie. Mein Forschungsinteresse gilt von je her dem Zusammenspiel unserer Sprache mit neuropsychologischen Leistungen wie der Aufmerksamkeit oder dem Gedächtnis. Wir brauchen dringend bessere diagnostische und therapeutische Verfahren, die diese Interaktion von Sprache und Kognition stärker berücksichtigen.

An solchen Versorgungsansätzen arbeiten wir, insbesondere auch unter Einbezug der Möglichkeiten, die uns neue Technologien für die Behandlung bieten. Wir haben zum Beispiel gerade ein Projekt abgeschlossen, in dem die Wirksamkeit eines innovativen, technikgestützten Therapiekonzepts für die ambulante neurologische Spätrehabilitation evaluiert wurde. Aktuell erarbeite ich interdisziplinär mit Kolleg*innen aus dem Studienbereich Physiotherapie und der Informatik der Hochschule Ruhr West ein präventives Konzept zur sprachlich-kognitiven und körperlichen Aktivierung älterer Bürger*innen, in dem auch neue eHealth-Applikationen eingesetzt werden.

Was lernen die Studierenden bei Ihnen?
Lehrschwerpunkte sind Inhalte aus den Neurowissenschaften und der Psychologie in ihrer Beziehung zur Logopädie. Unsere Studierenden sollen insbesondere verstehen, wie kognitive Prozesse und sprachliche Leistungen einander bedingen, gerade auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Insbesondere altersassoziierte neurologische Schädigungen, wie durch einen Schlaganfall oder neurodegenerative Erkrankungen, können gleichzeitig zu sprachlichen und zu kognitiven Einschränkungen führen.

Ich versuche die Studierenden für diese Handlungsfelder zu sensibilisieren und ihnen im Studienverlauf die Möglichkeit zu bieten, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Im Idealfall mündet das dann in Abschlussarbeiten, die direkt den Weg in die Versorgungspraxis finden. Aktuell haben beispielsweise drei Studentinnen die Ergebnisse ihrer  Bachelorarbeiten als Artikel aufbereitet, die in den Zeitschriften der Selbsthilfevereinigungen für Parkinson und Multiple Sklerose erscheinen werden.

Was wünschen Sie sich für die Hochschulstadt Bochum?
Ich bin ja einen großen Teil meines akademischen Wegs in der „Univercity Bochum“ gegangen. Ich möchte hier besonders die Rolle der hsg in den Blick nehmen. Unsere Zusammenarbeit mit der Stadt Bochum entwickelt sich sehr gut weiter. Das oben erwähnte präventive Aktivierungskonzept wird zum Beispiel gezielt für den Stadtteil Altenbochum als Pilotquartier entwickelt. Dabei arbeiten wir mit dem Dezernat für Soziales und Gesundheit als Praxispartner zusammen.

Eine ideale Plattform bietet selbstverständlich der Gesundheitscampus. Hier kooperiere ich bereits erfolgreich mit dem Landeszentrum Gesundheit NRW. Dass es auch exzellente Anknüpfungspunkte insbesondere zwischen der RUB und der hsg gibt, versteht sich für mich als langjährigem Forscher an beiden Hochschulen von selbst.

Ich kann mir für die Hochschulstadt Bochum daher eigentlich nur wünschen, dass alle Akteure diese vielfältigen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit noch stärker nutzen, um Bochum weiter als Hochschulstadt mit einem besonderen Profil im Bereich Gesundheit zu etablieren. Ein weiterer wichtiger weiterer Baustein dafür ist sicherlich das neu gegründete „Institut für Angewandte Gesundheitsforschung“ der  hsg, mit dem wir unsere Forschungsaktivitäten weiter vorantreiben werden

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