September 2016: Prof. Dr. Andreas Meyer

Prof. Dr. Andreas Meyer
Prof. Dr. Andreas Meyer (Folkwang Universität der Künste)

Dr. Andreas Meyer ist Professor für Musikwissenschaft mit Schwerpunkt Musikethnologie an der Folkwang Universität der Künste.

Nach der Promotion an der Freien Universität Berlin war er mehrere Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ethnologischen Museum in Berlin tätig. Er habilitierte sich mit einer Arbeit über neuere Musikformen in Westafrika. Von 2003 bis 2006 leitete er den Studiengang „Populäre Musik und Medien“ an der Hochschule für Musik Detmold und der Universität Paderborn.

Gegenwärtig leitet er ein auf mehrere Jahre angelegtes, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt zum Thema „Ausgestellte Musik. Untersuchungen zur Vermittlung und Rezeption musikalischer Themen im Museum“ » ausgestellte-musik.folkwang-uni.de

In welchem Bereich forschen und lehren Sie?
Als Musikethnologe habe ich verschiedene Projekte in Westafrika und Mittelamerika aber auch in Deutschland durchgeführt. Musikalische Phänomene interessieren mich als Handlungen. Ich versuche dabei, die Perspektiven der Menschen zu verstehen, die in diesen Prozessen involviert sind. Dafür  wende ich ethnographische Methoden und Strategien an, bei denen es häufig auch darum geht, Kontakte aufzubauen und Distanzen zu überwinden. Inhaltlich beschäftige ich mich mit transkulturativen Prozessen und den resultierenden Veränderungen sowie den Versuchen, diese Veränderungen aufzuhalten und Kultur zu bewahren. Ein mittlerweile abgeschlossenes Forschungsprojekt war z. B.  instrumentalen Genres gewidmet, die sich von bestimmten sozialen Umfeldern lösen und fortan auf der Bühne vor einem Publikum dargeboten werden. Im Rahmen des DFG-Projektes „Ausgestellte Musik“ untersuchen wir Museen als Orte der Erinnerungskultur, deren Exponate dem kollektiven Gedächtnis zuarbeiten.

Was lernen die Studierenden bei Ihnen?
Ich möchte den Studierenden die Mannigfaltigkeit und Heterogenität musikalischer Ausdrucksformen und die ihnen zugrunde liegenden Denkweisen und Traditionslinien vermitteln. Der ethnologische, handlungsorientierte Ansatz führt zu veränderten Sichtweisen auf die Musik. Er lenkt den Blick auf das Zusammenspiel vielfältiger Interaktionen. Musik ist in Kontexte eingebettet, sie erfüllt Funktionen für die Menschen. Die Berücksichtigung kontextueller Faktoren trägt dazu bei, musikalische Texturen und Interpretationsweisen in ihrer jeweiligen Eigenart zu verstehen. Dabei geht es nicht nur um ferne Regionen, sondern auch um das musikalische Leben in unserer Umgebung und nicht zuletzt um unser eigenes Schaffen. Zudem lernen die Studierenden, dass auch ortsunabhängige kulturelle Räume, die sich z. B. über die elektronischen Medien konstituieren, eine Rolle spielen. Afrikanische, lateinamerikanische und asiatische Musikformen sind besondere Schwerpunkte in meinen Lehrveranstaltungen.

Was wünschen Sie sich für die Hochschulstadt Bochum?
Ich wünsche mir eine umfangreichere trans- und intradisziplinäre Zusammenarbeit, vor allem auch zwischen Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Hochschulen. Denn ich halte eine stärkere Bündelung von Interessen und Sichtweisen für wichtig. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die hochschulübergreifende Initiative „Ethnologie im Ruhrgebiet“ verweisen, die seit 2015 Vortragsreihen und Symposien an der Folkwang Universität der Künste, der Ruhr-Universität Bochum, der Hochschule für Gesundheit und der TU Dortmund veranstaltet » http://www.ethnologie-im-ruhrgebiet.de .

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