März 2017: Prof. Dr. Claudia Ernst

Prof. Dr. Claudia Ernst, Technische Hochschule Georg Agricola, Wissenschaftsbereich Maschinen- und Verfahrenstechnik
Prof. Dr. Claudia Ernst, Technische Hochschule Georg Agricola, Wissenschaftsbereich Maschinen- und Verfahrenstechnik

Claudia Ernst studierte Allgemeinen Maschinenbau mit Vertiefung in der Werkstofftechnik an der Ruhr-Universität Bochum. Ihr beruflicher Werdegang führte sie zunächst in die edelstahlerzeugende Industrie, wo sie ihre wissenschaftlichen Kompetenzen in die betriebliche Praxis einbrachte. Während ihrer Tätigkeit im Qualitätsmanagement der Thyssen Edelstahlwerke AG in Krefeld promovierte sie nebenberuflich mit einer Arbeit zur „Alternativen Legierungstechnik bei Werkzeugstählen für die Kunststoffverarbeitung“. Zuletzt stand sie dem Bereich Forschung und Entwicklung der Deutsche Edelstahlwerke GmbH in Witten vor. Im Juli 2013 wurde sie als Professorin für Werkstofftechnik und Werkstoffinformatik an die TH Georg Agricola (THGA) berufen, an der sie auch den Studiengang Angewandte Materialwissenschaften sowie das Werkstofflabor leitet.

In welchem Bereich forschen und lehren Sie?
Mein Fachgebiet ist die Werkstofftechnik, in der ich Studierende aus allen Ingenieurstudiengängen und der Technischen Betriebswirtschaft unterrichte, schwerpunktmäßig natürlich im Bachelor-Studiengang Angewandte Materialwissenschaften. Dieser Studiengang bereitet sehr praxisorientiert auf die spätere Tätigkeit in der Industrie vor, wo unsere Ingenieure vielfältige Aufgaben in der Entwicklung, Produktion, Prüfung oder der Anwendungsberatung vorfinden. Neben den Grundlagen gilt mein Interesse vor allem den metallischen Werkstoffen, denn ohne sie kommt man in der Technik, aber auch in unserem Alltag nicht aus: Ob Auto, Windkraftanlage oder Smartphone – Metalle stecken in unzähligen Gegenständen. Durch innovative Materialien kann man große Fortschritte in Sachen Leistungsfähigkeit und Ressourceneffizienz erzielen. Ich beschäftige mich daher auch intensiv mit der Werkstoffsimulation. Sie ermöglicht es, Werkstoffe am Computer weiterzuentwickeln, bevor man mit der realen Produktion beginnt. So können Materialeigenschaften und Produktionsprozesse von Anfang an optimiert werden und mögliche Fehlerquellen ausgeschlossen werden.

Was lernen die Studierenden bei Ihnen?
Meine Studierenden lernen, die Grundlagen der Werkstofftechnik auf konkrete Anwendungsfälle zu übertragen. Das können beispielsweise die Weiterentwicklung von Produktionsverfahren, die Optimierung von Bauteilen, oder die Auswahl der richtigen Materialien für unterschiedliche Beanspruchungen sein. Viele unserer Studierenden sind berufstätig und bringen aus ihrer betrieblichen Erfahrung Praxisbeispiele mit, die wir dann in Form von Semester- oder Abschlussprojekten in das Studium einbeziehen. Der Anwendungsbezug steht für mich an erster Stelle, denn als Fachhochschule bilden wir vor allem Fachkräfte für die Industrie aus. Hier in der Region gibt es viele namhafte metallerzeugende und metallverarbeitende Unternehmen, bei denen unsere Absolventinnen und Absolventen gute Berufschancen haben. Natürlich sind unter unseren Studierenden auch einige Forschungstalente, für die eine Wissenschaftskarriere das Richtige ist.

UniverCity Bochum bietet Chancen

Was wünschen Sie sich für die Hochschulstadt Bochum?
Der Verbund UniverCity Bochum bietet die Chance, dass die Hochschulen hier vor Ort überall da kooperieren, wo dieselben Themen und Fragestellungen bearbeitet werden. In meinem Fachgebiet gibt es beispielsweise den Profilschwerpunkt Materials Chain der Ruhr-Universität innerhalb der Universitätsallianz Ruhr. Hier könnten wir unsere Stärken als Fachhochschule einbringen, die in der größeren Praxisnähe liegen. Mit den Kollegen von der RUB stehen wir deshalb schon in Kontakt, der könnte aber ruhig noch intensiver sein. Insgesamt wünsche ich mir, dass der Hochschulstandort Bochum weiter ausgebaut wird und wir auch im demographischen Wandel weiter für so viele Studierende attraktiv bleiben. Dafür ist es natürlich wichtig, dass wir die Öffentlichkeit noch mehr für Wissenschaft interessieren und begeistern.

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