26. Juni 2019

Bochumer Hochschulen machen Grün: Von Bäumen und Bienenzucht bis Gartentherapie

Wer schon einmal über den Campus der Ruhr-Universität Bochum spaziert ist, der kennt sie: die großen Betonbauten, in denen täglich tausende Studierende den Vorlesungen folgen.
Mit der warmen Jahreszeit wird das viele Grau nun dem Grün weichen. Dafür sorgen das Team des Botanischen Gartens und bald auch Studierende und Mitarbeiter, die den Campus mitgestalten. Neben dem Studigarten unterhalb der Mensa steht ab Juni eine weitere Fläche zur Verfügung. Dort sollen sich dann Bienen und andere Insekten ansiedeln.
Das RUB-Nachhaltigkeitsforum hat bereits 2017 das Projekt „Urban Gardening“ ins Leben gerufen. Die Bedingungen für Urbanes Gärtnern in Bochum wurden überprüft und der Aufbau eines Netzwerks zwischen den verschiedenen Gemeinschaftsgärten in der Stadt begleitet. Die Erfahrungen, aber auch die Gespräche mit Studierenden und Mitarbeitern, waren Inspiration für die neue, gemeinschaftliche Gartenfläche. Zukünftig sollen dann an mehreren Orten auf dem Campus bunte Blumen blühen. Dass die Hochschule Bochum nachhaltig unterwegs ist, ist lange kein Geheimnis mehr.
Im Studiengang „Nachhaltige Entwicklung“ lernen die Studierenden Unternehmen zukunftsfähig auszurichten und arbeiten an Lösungen für den Klimawandel oder den Verlust der Artenvielfalt. Aber nicht nur in den Vorlesungen zieht sich der „Grüne Faden“ über den Campus. Der hochschuleigene Garten „BOase“ wurde im Mai 2018 eröffnet und wird seitdem von studentischen Projektgruppen betreut. Die „kreativen Schatzgräber“ buddeln, sähen, ernten und halten den Garten das ganze Jahr über in Schuss. Die Ideen reichen aber noch weiter, denn die Hochschule möchte auch einen eigenen Bienenstock einrichten und eigenen Honig gewinnen. Hierzu sind Imkerschulungen für Hochschulangehörige geplant, die die Patenschaft für die Bienenstöcke übernehmen sollen. An der Evangelischen Hochschule RWL in Altenbochum gibt es keinen Garten. „Dabei wäre die EvH voll im Trend, auch einen therapeutischen Garten oder Heilgarten anzulegen“, erklärt Prof. Dr. Hendrik Baumeister, Fachdozent für Inklusive Quartiersentwicklung. Er bindet das Thema stattdessen aktiv in den Unterricht ein. Urbanes Gärtnern kann unterstützen, wenn es darum geht, sich sozial einzufügen und in seinem Lebensraum zurecht zu finden. Deshalb unternimmt er regelmäßig Exkursionen in den Garten des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke, wo die Studierenden die Hintergründe zur „Gartentherapie“ kennenlernen. Auch die barrierefreie Gestaltung von Gärten ist hier ein wichtiges Thema, denn die Erfahrungen der „Gartentherapeutinnen“ zeigen deutlich, wie förderlich Gartenarbeit für Menschen mit Behinderungen sein kann. Viel Grün findet man auch auf dem Campus der Hochschule für Gesundheit, besonders aus der Vogelperspektive. Eine Begrünung war schon in den Bauplänen vorgesehen, damit ein besonders niedriger Energieverbrauch gewährleistet werden kann. So sind die Dächer der Gebäude auf dem Gesundheitscampus mit flach wachsenden Sedum-Arten und Gehölzen begrünt, die die anzuleitenden Regenwassermengen reduzieren. Einen studentischen Garten gibt es zwar nicht, aber erst kürzlich hat das Department of Community Health auf den Campus-Rasenflächen einen Apfelbaum gepflanzt. Es wäre doch schön, wenn noch weitere folgen.

TIPP: Der Botanische Garten an der RUB ist immer einen Spaziergang wert. Ausstellungen, Führungen und Aktionstage sind für alle Bochumer offen.

FOTO: HS Bochum
Fleissige Gärtner im Campus-Garten "BOASE"



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