BOCHUMS VORAN­BRINGER*INNEN.
Sechs Projekte, die unsere Stadt und ihre Menschen voranbringen.

Auf der Straße, in der eigenen Wohnung oder im Klassenzimmer: geforscht wird in Bochum schon längst nicht mehr nur auf dem Campus. Die Themen der Hochschulen finden sich an vielen Orten in der Stadt – oft auch dort, wo man es gar nicht erwartet. Aber was bringt die Forschung der Wissenschaftler*innen eigentlich im Alltag? Wie tragen aktuelle Projekte in der Hochschulstadt dazu bei, dass wir uns in Bochum sozialer verhalten, nachhaltiger handeln, innovativer denken und kreativer arbeiten? Die Kampagne stellt sechs Projekte vor, die unsere Stadt und ihre Menschen voranbringen. Wir stellen eine Frage. Das Bild verrät die Antwort.

HOCHSCHULE BOCHUM HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT TECHNISCHE HOCHSCHULE GEORG AGRICOLA EVANGELISCHE HOCHSCHULE RWL RUHR-UNIVERSITÄT BOCHUM AKADEMISCHES FÖRDERUNGSWERK

Die Köpfe hinter den Projekten sind Professor*innen, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Studierende. Sie alle engagieren sich oder forschen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Diversität und Gesundheit, Elektrotechnik, Heilpädagogik, Energiewirtschaft sowie Kultur und Internationales.
Entstanden sind authentische Bilderserien in schwarz-weiß, die - teilweise mit einem Augenzwinkern - Antworten auf die gestellten Fragen geben.

Die Projekte werden im September und Oktober 2021 auf den Social Media-Kanälen der UniverCity Bochum vorgestellt.
Ab dem 2. November sind die Kampagnenmotive auf vielen Werbeflächen in der Stadt zu sehen.


HOCHSCHULE BOCHUM

Das Projekt
Die Studierenden des BObby Sharing-Teams der Hochschule Bochum wollen alternative Lösungen zum Individualverkehr entwickeln und damit einen Beitrag zu nachhaltigerer Mobilität weltweit leisten. Dazu untersuchen sie mit Prof. Dr.-Ing. Severengiz die Nachhaltigkeit von E-Scooter-Sharingdiensten am Beispiel des Ruhrgebiets und entwickeln Konzepte, um diese zu optimieren. Um diese Konzepte praxisnah zu erproben, wurde ein gemeinsames Pilotprojekt mit den Stadtwerken in Bochum gestartet.

Worum geht es genau?
In Städten ist Mobilität ein sehr präsentes Thema, von dem die Lebensqualität und die Attraktivität des Stadtbildes abhängen. Vor allem im Ruhrgebiet, aber auch in anderen dicht besiedelten Gebieten, muss die Verkehrswende für eine nachhaltige Stadtentwicklung vorangetrieben werden. Da in Bochum der Anteil an Individualverkehr sehr hoch ist, belasten Lärm und Kohlenstoffdioxid die Umwelt. Aber auch im Bereich der Flächennutzung stellen Parkflächen oder der ÖPNV eine Herausforderung für die Gestaltung des Verkehrsraumes dar. Sharingkonzepte können dazu beitragen die Nutzung der Mobilitätsressourcen effektiv und nachhaltig zu gestalten.

Im BObby Sharing Projekt des Labors für Nachhaltigkeit in der Technik der Hochschule Bochum werden diese aktuellen Herausforderungen analysiert und zusammen mit Unternehmen angegangen. Das Team von Prof. Dr.-Ing. Severengiz beschäftigt sich neben der Simulation eines Sharing-Services mit E-Motorrollern in Bochum auch mit Ladeinfrastrukturlösungen wie Batteriewechsel- oder Solarladestationen. Um ein gesamtheitliches Bild der Nachhaltigkeit von diesen verschiedene Mobilitätsalternativen zu erhalten, befassen sich die Studierenden auch mit der Energieversorgung der Elektrofahrzeuge. Das Projekt basiert auf dem Prinzip des Problem Based Learning, was bedeutet, dass sich die Studierenden mit realen Problemstellungen auseinandersetzen und selbständig zur Lösungsfindung beitragen.

Weitere Infos zum Projekt


HOCHSCHULE FÜR GESUNDHEIT

Das Projekt
Beim Stadtteillabor Hustadt handelt es sich um ein Projekt der partizipativen Gesundheitsforschung. Beteiligt sind sowohl die Menschen aus dem Stadtteil als auch Wissenschaftler*innen und Studierende der Hochschule für Gesundheit. Ziel ist es, für die Menschen einen diversitätssensiblen Zugang zu Gesundheit zu schaffen. Dazu gehört neben der Verhaltensprävention vor allem die Veränderung gesellschaftsstruktureller Bedingungen von sozialer Ungleichheit und Ausschließung u. a. durch das Empowerment der Bewohner*innen.

Worum geht es genau?
Der Bochumer Stadtteil Hustadt ist ein Ort großer Vielfalt, hier wohnen Menschen aus über 40 Nationen. Er gilt als jüngster Stadtteil Bochums, viele Bewohner*innen sind von Armut betroffen und sehen sich mit Rassismus konfrontiert. Das Hustadt-Projekt arbeitet ganz nah an und mit den Bewohner*innen an Lösungen, an Chancengleichheit und an einer verbesserten Gesundheit. Im Stadtteillabor wird ein postmigrantischer Ansatz verfolgt, der schlechtere Gesundheit nicht als Resultat von Exklusionsprozessen in Betracht zieht. Es stehen dabei nicht nur Menschen im Fokus, die eigene oder deren Vorfahren Migrationserfahrung besitzen, sondern ebenso Bürger*innen, die seit vielen Generationen in Deutschland leben.

Wie das praktisch aussieht? Bewohner*innen aus dem Stadtteil erheben mit Studierenden gesundheitsbezogene Daten. Auf der Basis des gemeinsam produzierten Wissens entwickeln sie in Seminaren und Workshops kultursensible Interventionen, die durch das kassenfinanzierte Präventionsprojekt QUERgesund umgesetzt werden. Ihre Rolle als Forscher*innen, die etwas im Stadtteil verändern hat eine empowernde Wirkung. Aktuell läuft, initiiert von den Stadtteilforscher*innen, eine große Corona-Impfkampagne im Stadtteil, dessen Menschen sehr stark von der Pandemie betroffen waren. .

Weitere Infos zum Projekt


TECHNISCHE HOCHSCHULE GEORG AGRICOLA

Das Projekt
CO2-arme Raumluft war an Schulen und Hochschulen schon vor Corona von Bedeutung, ermöglicht sie doch eine bessere Konzentration. Elektrotechnik-Professor Bernd vom Berg von der Technischen Hochschule Georg Agricola hat mit Studierenden ein sensorgesteuertes Messgerät entwickelt, die CO2-Ampel. Mit dem Gerät ist der CO2-Gehalt der Luft über Leuchtdioden, die in Ampelfarben leuchten, zu erkennen – noch dazu ist es als Deko-Objekt geeignet.

Worum geht es genau?
Ein gutes Raumklima fördert die Konzentration und Aufnahmefähigkeit. Aspekte, die bei der Arbeit, insbesondere aber beim Lernen eine entscheidende Rolle spielen. Je mehr Atemluft verbraucht ist, desto dicker wird die Luft: der CO2-Anteil steigt. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde die Korrelation der CO2-Konzentration und dem Aerosol-Gehalt in der Luft festgestellt. Ein hoher Wert bedeutet ein hohes Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus. An der Technischen Hochschule Georg Agricola ist dauerhaftes Lüften mancher Hörsäle aufgrund der benachbarten Bahnlinie problematisch. Im vergangenen Winter stießen zudem viele Schulen an ihre Grenzen bei der Vereinbarkeit von frischer Luft und einer angenehmen Raumtemperatur.

Um zu erfahren, wann der optimale Zeitpunkt zum Lüften erreicht ist, entwickelte Professor von Berg mit einigen Studierenden ein sensorgesteuertes Messgerät, welches die CO2-Konzentration der Luft kontinuierlich überwacht und dessen Leuchtdioden, die in Ampelfarben leuchten, gut sichtbar und auch für Laien Auskunft geben, wie dick oder dünn die Luft ist. Das Besondere an dem System: Die aktuellen Werte können über das sogenannte Internet of Things von jedem Ort der Welt abgerufen werden. Gemeinsam mit Studierenden des THGA-Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen haben sich die Wissenschaftler zudem Gedanken zur besseren Vermarktung gemacht und das Messinstrument sogar schreibtischtauglich in einem Deko-Objekt verbaut.

Weitere Infos zum Projekt


EVANGELISCHE HOCHSCHULE RWL

Das Projekt
Ob mit Gesprächen, Diagnostik oder individueller Förderung: In der Heilpädagogischen Ambulanz (HPA) der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (EvH RWL) finden Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Entwicklungsverzögerungen im sozial-emotionalen Bereich Hilfe. Die Angebote sind kostenlos. Meist werden ca. 25 Kinder im Alter zwischen drei und 16 Jahren unterstützt.

Worum geht es genau?
Rund 30 Studierende der Heilpädagogik kümmern sich unter Anleitung von Diplom-Heilpädagogin Marie-Luise Hünerbein und Diplom-Pädagogin Prof. Dr. Christina Reichenbach je zu zweit um ein Kind oder eine Gruppe (maximal fünf Kinder). Auf diese Weise schulen die Studierenden ihre Fähigkeiten und reflektieren in einem begleitenden Seminar ihre Praxiserfahrungen, die sie in der Ambulanz gesammelt haben. Im Durchschnitt werden Kinder eineinhalb bis zwei Jahre begleitet. Darunter sind zum Beispiel Familien mit Migrationshintergrund, aber auch Kinder mit geistigen, körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen.

Die Diagnostik in den Räumen der HPA erfolgt auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und umfasst die Bereiche Bewegung, Wahrnehmung, sozial-emotionales Verhalten, Sprache/Kommunikation und Kognition. Förderschwerpunkte sind Lernen-lernen, Psychomotorik oder auch Konzentrationsschulung. Kooperationspartner*innen der Heilpädagogischen Ambulanz sind u.a. die Frühförderstelle der Diakonie, die schulpsychologische Beratungsstelle, die Stiftung Overdyck mit ihren heilpädagogischen Wohngruppen sowie Kitas und Schulen.

Weitere Infos zum Projekt


RUHR-UNIVERSITÄT BOCHUM

Das Projekt
Grubenwasser muss im Ruhrgebiet auch ohne aktiven Kohleabbau weiterhin abgepumpt werden. Prof. Dr.-Ing. Wagner hat mit seinem Team vom Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft der Ruhr-Universität Bochum untersucht, wie die Wärme des Grubenwassers zum Heizen für Wohn- und Gewerbegebiete in Bochum genutzt werden kann, um es dann gekühlt in die Ruhr zu leiten.

Worum geht es genau?
Die ehemalige Ruhrkohle AG pumpt an einer Vielzahl von Standorten (vorwiegend ehemalige Zechen) jährlich rund 70 Millionen Kubikmeter Wasser heraus, damit es sich nicht mit dem Grundwasser mischt. Dieses Wasser ist rund 20 bis 30 Grad warm und wird bisher ungenutzt in Lippe, Ruhr und Rhein geleitet. Langfristig sollen nur noch sechs Standorte im Ruhrgebiet die gleiche Menge Grubenwasser fördern. Um seine Wärme zum Heizen nutzen zu können, muss es passende Bebauung geben, die eine neue Wärmeversorgung notwendig macht. Wagner und sein Team haben geprüft, welche Gebäude unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Preisen mit dem Grubenwasser beheizt werden können. Drei Standorte kommen dazu in Frage: Bochum, Essen und Bergkamen.

Auf dem Gelände der Zeche Robert Müser in Bochum-Wert wird Grubenwasser bereits für die Beheizung einer Feuerwehrwache und zwei Schulen mitbenutzt. Wagner rät dazu, den neu erschlossenen Gewerbepark Robert Müser auch an die Grubenwassernutzung anzuschließen, um somit die Bestandsgebäude um Neubauten zu erweitern. Durch die gewerbliche Nutzung bietet sich auch die Möglichkeit an die Grubenwärme mit 18 °C direkt, also ohne zusätzliche Heizungstechnik, zu nutzen. Dadurch könnte der Wärmebedarf zu annähernd 100 % aus Grubenwasserwärme gedeckt werden. Diese Option ist unter anderem in Lagerhallen, Werkstätten und in der Produktion über Flächenheizungen umsetzbar. Für Büro- und Sozialräume ist wiederrum zusätzlich der Einsatz einer mit umweltfreundlichem Strom betriebenen Wärmepumpe notwendig. Leider wird das Konzept bisher noch nicht umgesetzt.

Weitere Infos zum Projekt


AKADEMISCHES FÖRDERUNGSWERK (AKAFÖ)

Das Projekt
Das Patenschaftsprogramm BeComing Friends des AKAFÖ und der UniverCity Bochum bringt internationale Studierende mit Bochumer Bürger*innen zusammen. Der gemeinsame Austausch soll den Studierenden dabei den Hochschulstandort Bochum näherbringen.

Worum geht es genau?
Iran, China, Syrien und viele mehr - das AKAFÖ beherbergt in seinen Wohnanlagen Mieter*innen aus aller Welt. So sind mit knapp 47%, die Hälfte seiner Mieter*innenschaft, Bildungsausländer*innen (Stand 2019). Ist das Ruhrgebiet bekannt für seinen ihm eigenen Charme, fällt es einigen ausländischen Studierenden jedoch nicht immer leicht, sich hier, fernab der Heimat, zuhause zu fühlen. BOSKOP, das Büro für Kultur und Internationales beim AKAFÖ, sorgt daher seit Jahren dafür, dass das interkulturelle Miteinander über den Campus hinaus gefördert wird.

“BeComing Friends“ findet ganz flexibel und freiwillig statt, sodass die Studierenden und ihre Pat*innen selbst entscheiden, wann und wie oft sie sich treffen und was sie gemeinsam unternehmen wollen. Kern des Projekts sind die persönlichen Treffen, bei denen die Studierenden die Stadt erleben und die Bochumer*innen die Studis und ihre Kultur kennenlernen können.

Weitere Infos zum Projekt

 

Unsere Social Media-Kanäle

UniverCity Bochum bei facebookUniverCity Bochum bei instagram

Um Ihnen eine optimale Seite bereitzustellen und diese stetig zu optimieren setzen wir Analyse-Software samt Cookies ein. Alle Informationen zu Ihren Rechten und den Diensten finden Sie in der Datenschutzerklärung.