Donnerstag, 17 Dezember 2015 14:36

17. Dezember 2015 | Katharina zu Besuch bei den Bochumer Symphonikern

Katharina nimmt die Angebote aus dem Kulturscheckheft UniverCity Bochum unter die Lupe. Heute besucht sie die Bochumer Symphoniker.

Hier berichtet Katharina:

Bochumer Symphoniker

Bochumer Symphoniker. Foto: Christoph Fein
Bochumer Symphoniker, Foto: Christoph Fein.

Bei klassischer Musik denken die meisten zunächst nicht an Spaß, Action, Openair-Konzerte und ein junges Publikum. Doch so ganz stimmt das nicht. Christiane Peters, Pressesprecherin der Bochumer Symphoniker verrät mir, dass es häufig die jungen StudentInnen sind, die anscheinend gezielt den Wunsch nach Klassik, ein bisschen Spießbürgertum, Krawatten und roten Sesseln haben. Zumindest erklärt sie sich so, dass die Konzerte im Schauspielhaus häufiger von jungen Leuten besucht werden, als die im Audimax. Der Wunsch nach Abwechslung ist da. Und da geht man doch lieber ordentlich herausgeputzt ins Schauspielhaus, als Beethoven in dem Hörsaal zu lauschen, in dem man zuvor in Hoody und Jeans eine Vorlesung hatte.

Klassik kommt also an – egal in welchem Alter. Das Problem, so Peters, sei weniger die Musik an sich, als die veränderte Konsumkultur. Zwar sind viele Konzertsäle und das Bermudadreieck nach wie vor gefüllt, aber grundsätzlich tendieren immer mehr junge Leute dazu, privat zu feiern oder höchstens auf ein Bier rauszugehen. Das gemeinschaftliche Erleben und Genießen von Musik geht zurück – erst recht, wenn keine große, actiongeladene Show geliefert wird.
Daher gehen auch die Bochumer Symphoniker mit der Zeit. Es gibt zahlreiche „Crossover-Geschichten“, Kooperationen mit anderen Musiker, Klassik meats Pop, Auftritte auf dem Zeltfestival Ruhr und gezielte Projekte für Kinder und Jugendliche. Besonders beliebt sind dabei die Familienkonzerte. Häufig die Gelegenheit für Eltern, ihren Kindern klassische Musik näher zu bringen – und für Kinder eine Gelegenheit, Klassik hören und lieben zu lernen. Diese zwei Generationen machen den Großteil des Publikums der Bochumer Symphoniker aus, die Älteren und die (ganz) Jungen, die nicht selten auch selbst ein Instrument spielen. Dazwischen nimmt das Interesse ab, geht aber nie ganz verloren – wie die bereits erwähnten StudentInnnen in Abendkleid und Anzug im Schauspielhaus beweisen.

Auch die Symphoniker selbst sind nicht nur ältere Herren. Als Frau Peters mich durch die Proberäume führt, sehe ich junge MusikerInnen, die vertieft proben, ihre Noten durchblättern, sich Notizen machen und weiterproben. Musik machen ist harte Arbeit – ein Fakt, den wohl auch echt häufiger mal vergesse. Und vor allem ein Job, an dem weitaus mehr dranhängt, als das Spielen eines Instruments. Das begreife ich spätestens in dem Raum, in dem sich Notenblätter bis unter die Decke stapeln und eine Frau mittendrin zielstrebig Blätter in Mappen packt. Für ein Konzert müssen für jedes Stück entsprechend für 80 MusikerInnen die Mappen zusammengestellt werden. Und da die erste Geige etwas anderes spielt als die zweite Geige, müssen dementsprechend 80 verschiedene Notenmappen zusammengestellt werden.

Der Blick hinter die Kulissen offenbart aber auch, dass diese harte Arbeit manchmal erschwert wird. Die Räumlichkeiten neben dem Prinzregent Theater, die die Symphoniker aktuell ihr eigen nennen, sind häufig zu klein, nicht immer ausgerichtet auf die Bedürfnisse eines so großen Ensembles und nicht ausreichend, um dauerhaft Projekte vor Ort durchzuführen. Zwar gehen die Symphoniker in Schulen, um SchülerInnen Musik und Instrumente näherzubringen und gemeinsam zu musizieren, aber viel schöner wäre es noch, wenn eben diese SchülerInnen in die eigenen Räumlichkeiten kommen könnten. Doch dieser Wunsch wird bald in Erfüllung gehen, wenn die Symphoniker ihre Instrumentenkoffer packen und in das neue Musikzentrum in Innenstadtnähe umziehen. Und ja – auch das große, alte Ölfass, auf dem in großen blauen Buchstaben „ARAL“ prangt, zieht mit um – denn damit kann man auch Musik machen, sogar klassische.
Und da sag nochmal einer, Klassik wäre langweilig…

Weitere Informationen, News und Termine findet ihr hier:
http://www.bochumer-symphoniker.de/
https://www.facebook.com/pages/Bochumer-Symphoniker/333240006708111

Mehr Infos zum Kulturscheckheft UniverCity Bochum

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Letzte Änderung am Donnerstag, 17 Dezember 2015 11:48
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